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Emilio Zapata (der Namensgeber der
Zapatisten), der 1877 geborene Bauernsohn, hatte diese ungerechte Behandlung
durch die Latifundistas (Großgrundbesitzer) schon als Kind
miterlebt.
Als Erwachsener machte er sich zum Sprecher
der Geschädigten und ersuchte um Hilfe bei Rechtsanwälten. Er sollte
jedoch bald feststellen, daß die Gerechtigkeit nur nach Lust und Laune der
Mächtigen funktionierte und daß ein Großteil der Richter
käuflich war.
Da er erkannt hatte, daß auf diesem Wege
kaum etwas zu erreichen war, forderte er die ausgebeuteten Bauern zum
Waffengebrauch auf.
Zapata schloß sich in seiner Heimat,
Morelos, der Leyva Partei an, die nicht die Zustimmung von Díaz
besaß. Zapata gelang es 1910, sich zum Präsident des Dorfrats zu
machen und er konnte auf den Anschluß der Arbeiter und Bauern in Morelos
zählen, die sich ihrer Versklavung und ihrer Rechte als Bürger
bewußt waren und frei sein wollten.
Die Leyvistas wurden verfolgt und mußten
teilweise ins Exil gehen oder wurden in Zwangsarbeitslager geschickt. Die
meisten kehrten nicht zurück.
In diesem Klima der Unterdrückung fand
der von Francisco I. Madero vorbereitete Aufstand gegen die
porfiristische Diktatur fruchtbaren Boden (18.11.1910). Er erklärte die
Wahl, aus der erneut Díaz als Präsident hervorgegangen war, für
ungültig und rief die Bevölkerung zum bewaffneten Widerstand
auf.
Auch Emilio Zapata und Pablo Torres schlossen
sich Madero an. Das bedeutete den Beginn der gewaltigen
Agrarista-Bewegung.
Zapata und die von ihm angeführten Bauern
unterstützten zunächst die bürgerliche Revolution Maderos gegen
die Diktatur von Díaz, die die alten Rechtsverhältnisse wieder
herstellen sollte aber nicht mehr für die Bauern tun wollte.
Zapata fühlte sich um seine Ziele
betrogen und startete eine Konterrevolution mit dem Motto „Land und
Freiheit". Man wählte ihn zum Chef der Befreiungsarmee und Zapata wurde zu
einer mythischen Figur, in vielen Corridos besungen.
Madero, dem es 1911 gelungen war, an die Macht
zu kommen, wurde von seinem General Huerta verraten und schließlich
ermordet. Während der Präsidentschaft Huertas kam es zu einem
Bürgerkrieg zwischen Zapatistas und Konstitualisten.
Nach dem Rücktritt Huertas (15. Juli
1914) übernahm der Konstitutionalist Venustiano Carranza
Obregón die Exekutivgewalt. Zapatas Verhandlungen über einen
Anschluß der Agrarista-Bewegung an die Konstitutionalisten scheiterten.
1914 bis 1916 wurde die Regierung Carranza von immer mehr Staaten anerkannt,
1917 wurde er rückwirkend verfassungsmäßig zum Präsidenten
ernannt und zog in México City ein, das zwischendurch von den Zapatistas
besetzt war.
In einem Kongreß wurde im September 1918
bekanntgegeben, daß in 5 Staaten, darunter Morelos, die
verfassungsmäßige Ordnung nicht wieder hergestellt werden konnte. Ein
paar Wochen später besetzte die Regierung Cuernavaca, das sich in der
Gewalt der Zapatistas befand. Am 10. April 1910 wurde Zapata schließlich
von Regierungstruppen ermordet.
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